Rugby Sevens

Die Leute sind in Wellington am Wochenende durchgedreht. Schuld ist die Sportart wo alle bisweilen umeinanderfallen...

7 Spieler pro Team, 2 x 7 Minuten pro Spiel, 16 Nationen. Die "Rugby Sevens World Series" ist in der Stadt. Das Spiel ist schneller als das normale Rugby. Da das Feld gleich groß ist, gibt es mehr Raum zum sprinten. Die Zuschauer lieben es und heizen die Stimmung ganz schön an. In den Pausen wird daneben friedlich Bob Marley im Chor gesungen.

Draußen in der Stadt spielen komische Marching Bands, es wird gerne posiert, natürlich Bier getrunken in den Pubs. Und da ist noch der Verkleidungswettbewerb. Au Backe, die kennen kein Schmerz, und doch ... echt ganz witzig und sehr phantasiereich bisweilen.

Am besten haben mir die Schlümpfe gefallen ...

Wer gewonnen hat beim Rugby? Die Briten! Kein Wunder, das Britische und die Briten haben allen Grund sich hier pudelwohl zu fühlen.

Die vier Jungs ganz zum Schluss haben mit dem allem nichts zu tun. Sie wollten es sich nur nicht nehmen lassen fotografiert zu werden.

Wie bei den wind-gebürsteten Wäldern, überhaupt bestimmen die schrägen Typen das Gesicht von Wellington. Schaut es euch an in der Galerie, da findet ihr eine Serie über die Leute vom City-Beach (Oriental Bay). 

Hanmering Man

Bergmarathon in Hanmer Springs, The „James“ Stampede Ultra 50k. Samstag, 26. Januar 2013. Soviel gleich vorab: Ich hab nur 42 KM geschafft, da hatte ich bereits 7.14 Std. auf der Uhr und fand, es ist genug.

Um 7 in der Frühe legen wir los in Hanmer. Andy und David, zwei Mitläufer aus England bzw. Irland, begleiten mich zum Start an der Fowlers Hütte auf ca. 800 Meter Höhe.

Allmählich finden sich alle 26 Verrückte ein, die an diesem Lauf teilnehmen werden.

Hier seht ihr mich in voller Montur und daneben David, der heute noch zum Helden werden wird. Los geht’s mit einem ganz krassen Anstieg auf ca. 1200 Meter. Es wird gleich deutlich, dass hier auch viel gewalkt werden muss. Tatsächlich rennen alle in den Ebenen, bei steilen Anstiegen oder auch Gefällen wird gegangen, geklettert, in den Feuchtgebieten auch gewadet. Es ist in jetzt schon mindestens 26 Grad. Wir alle schleppen einen Rucksack mit Emergency Gear mit uns herum (vom Regenüberzug und Handschuhen bis zur Signalpfeife - alles dabei). Wahnsinn!

Trotz der stets geforderten Konzentration schaut man sich natürlich um und die Bilder und Naturpanoramen, der Duft der Wiesen, das frische, kühlende Wasser in den Flüssen die man durchquert, tragen einen für eine wirklich lange Zeit.

Bei KM 20 denke ich zum ersten Mal ans Aufgeben. Es ist jetzt sehr heiß auf dem Hochplateau, das ich gerade durchquere und ich muß pulsbedingt unfreiwillig in den Walking-Modus umschalten. Danke an alle die mir in diesem Moment die Daumen gedrückt hielten, denn gerade rechtzeitig holt mich der sog. „Tail-end Charlie“ (der Orga-Läufer am Feldende) ein und war von da an bis zu einem bestimmten Punkt im Rennen mein Guardian Angel. Es geht hoch und runter, querfeldein durch Pampa und Sümpfe, teilweise wird es mangels ausreichender Markierung zu einem echten Suchspiel. Crazy, was hat das eigentlich mit Rennen zu tun, frage ich mich die ganze Zeit.

Bei KM 32 stoßen wir an diesem kahlen Anstieg auf eine australische Läuferin, die in der Hitze überdreht hat und sich an der Grenze zur Ohnmacht befindet. Später wird David sie zusammen mit dem Tail-end Charlie über 4 KM zu einer Hilfestation im Tal tragen. Ich bin mit einer weiteren Läufern vorausgeeilt um den Rettungshubschrauber zu alarmieren. Für die Frau ist es am Ende noch gut ausgegangen. Sie hat sich nach einer Stunde im Schatten der Hilfestation und durch Betreuungsmaßnahmen der fliegenden Ärzte wieder aufgerappelt. Kam später sogar zum BBQ im Ziel vorbeigefahren.

An der besagten Hilfestation (KM 36) im Tal habe ich einen Moment gedehnt und ausgeruht. Bin dann mit der letzten verfügbaren Banane in der Hand noch ca. 8 km weiter gerannt. Schließlich konnte ich der freundlichen Einladung eines Farmers nicht wiederstehen. Zusammen mit Hitzeopfern bringt er mich mit dem Pick-Up ins Ziel. 7 Stunden 14 Minuten waren genug.

Ach übrigens, der erste Läufer kam in der sagenhaften Zeit von 4 Stunden und 57 Minuten ins Ziel (Vajin Armstrong, vielfacher Neuseeland-Meister). Womit die Frage beantwortet ist, was das Ganze mit "Rennen" zu tun gehabt hat. Der Durchschnitt schaffte es so um die 6-7 Stunden. Tough Guys!

Der Mountainbiker im letzten Bild gehört zu den Nochmehr-Verrückten, die in einer Parallelveranstaltung 2 KM Schwimmen plus 7 KM Kanu plus 103 KM Mountainbike plus 48 KM Laufen absolviert haben. Ha, es geht eben immer noch ein bisschen härter!

Alle Fotos sind mit dem Iphone gemacht.

Aufbruch in die Berge

Aufbruch zum Lauf meines Lebens, in Hanmer Springs auf der Südinsel. Die Hand auf der Karte deutet auf das erste Zwischenziel, Picton. Es klingt verrückt, aber mit dem Flieger kostet die Reise mittlerweile ein Drittel. Ihr fahrt natürlich schön gemächlich mit der Fähre durch den „Queen Charlotte Sound“ und später mit dem Bus entlang der Westküste. Warum? Seht ihr gleich ...

SO, 8:25-11:45                      Fähre Interislander, Wellington to Picton

Möchte irgendjemand gerne hier nicht leben? Dann bitte direkt ab mit dir zum Nervenarzt.

SO, 13:00-18:25        InterCity Coachlines IC8708, Picton to Christchurch

Am besten haben mir die rasierten Berge von Blenheim gefallen. In dieser Gegend (Marlborough) hatte man vor Jahren mit dem Weinbau in Neuseeland begonnen. Der Fahrer teilt ehrfurchtsvoll mit, es sei überhaupt die sonnenreichste Gegend in Neuseeland. Womit ich einen Grund geliefert bekomme später am Abend noch eine schöne Flasche Shiraz zu köpfen, obwohl ich ja eigentlich vor dem Lauf auf alles "Giftige" verzichten wollte.

Es geht weiter an der Westküste, immer dicht am Meer entlang. Der Busfahrer schildert nun im Stile eines Flugkapitäns: „das Wetter in Christchurch ist heiter ...“ (es klingt immer zackig und souverän, das letzte Wort im Satz wird tonmässig stets nach oben gezogen). Weiter im Text geht es erst nach einer Gedächtnispause, es folgt Temperaturangabe und Zeitschätzungen bis zum Zielort. Das Interesse beim Publikum ist nicht sehr groß. Noch ein kleiner Pitstop in Kaikoura, dann direkt hinunter nach Christchurch.

Der Schock „Christchurch“ sitzt bei mir immer noch tief. Die Stadt wurde von 2 Erdbeben 2010 und 2011 niedergestreckt. Hatte ich nicht so in Erinnerung, aber tatsächlich starben annähernd 300 Menschen damals. Ein schönes Städtchen mit einem wunderbaren Botanischen Garten und vielen historischen Gebäuden wurde völlig verwüstet. Das Geschäftsviertel ist zum Teil noch heute vielfach abgeriegelt und wirkt wie ausgestorben. Horror!

Übernachtung im Ibis,  zur Beruhigung der besagte Wein aus Marlborough.

DI                    8:45-11:00    Bus Christchurch to Hanmer Springs

In Hanmer ist auf den ersten Blick alles ziemlich Disney-artig, Adventure-lastig und tourimässig. In meinem B&B bei Rosie geht es mir aber gut.