Hanmering Man

Bergmarathon in Hanmer Springs, The „James“ Stampede Ultra 50k. Samstag, 26. Januar 2013. Soviel gleich vorab: Ich hab nur 42 KM geschafft, da hatte ich bereits 7.14 Std. auf der Uhr und fand, es ist genug.

Um 7 in der Frühe legen wir los in Hanmer. Andy und David, zwei Mitläufer aus England bzw. Irland, begleiten mich zum Start an der Fowlers Hütte auf ca. 800 Meter Höhe.

Allmählich finden sich alle 26 Verrückte ein, die an diesem Lauf teilnehmen werden.

Hier seht ihr mich in voller Montur und daneben David, der heute noch zum Helden werden wird. Los geht’s mit einem ganz krassen Anstieg auf ca. 1200 Meter. Es wird gleich deutlich, dass hier auch viel gewalkt werden muss. Tatsächlich rennen alle in den Ebenen, bei steilen Anstiegen oder auch Gefällen wird gegangen, geklettert, in den Feuchtgebieten auch gewadet. Es ist in jetzt schon mindestens 26 Grad. Wir alle schleppen einen Rucksack mit Emergency Gear mit uns herum (vom Regenüberzug und Handschuhen bis zur Signalpfeife - alles dabei). Wahnsinn!

Trotz der stets geforderten Konzentration schaut man sich natürlich um und die Bilder und Naturpanoramen, der Duft der Wiesen, das frische, kühlende Wasser in den Flüssen die man durchquert, tragen einen für eine wirklich lange Zeit.

Bei KM 20 denke ich zum ersten Mal ans Aufgeben. Es ist jetzt sehr heiß auf dem Hochplateau, das ich gerade durchquere und ich muß pulsbedingt unfreiwillig in den Walking-Modus umschalten. Danke an alle die mir in diesem Moment die Daumen gedrückt hielten, denn gerade rechtzeitig holt mich der sog. „Tail-end Charlie“ (der Orga-Läufer am Feldende) ein und war von da an bis zu einem bestimmten Punkt im Rennen mein Guardian Angel. Es geht hoch und runter, querfeldein durch Pampa und Sümpfe, teilweise wird es mangels ausreichender Markierung zu einem echten Suchspiel. Crazy, was hat das eigentlich mit Rennen zu tun, frage ich mich die ganze Zeit.

Bei KM 32 stoßen wir an diesem kahlen Anstieg auf eine australische Läuferin, die in der Hitze überdreht hat und sich an der Grenze zur Ohnmacht befindet. Später wird David sie zusammen mit dem Tail-end Charlie über 4 KM zu einer Hilfestation im Tal tragen. Ich bin mit einer weiteren Läufern vorausgeeilt um den Rettungshubschrauber zu alarmieren. Für die Frau ist es am Ende noch gut ausgegangen. Sie hat sich nach einer Stunde im Schatten der Hilfestation und durch Betreuungsmaßnahmen der fliegenden Ärzte wieder aufgerappelt. Kam später sogar zum BBQ im Ziel vorbeigefahren.

An der besagten Hilfestation (KM 36) im Tal habe ich einen Moment gedehnt und ausgeruht. Bin dann mit der letzten verfügbaren Banane in der Hand noch ca. 8 km weiter gerannt. Schließlich konnte ich der freundlichen Einladung eines Farmers nicht wiederstehen. Zusammen mit Hitzeopfern bringt er mich mit dem Pick-Up ins Ziel. 7 Stunden 14 Minuten waren genug.

Ach übrigens, der erste Läufer kam in der sagenhaften Zeit von 4 Stunden und 57 Minuten ins Ziel (Vajin Armstrong, vielfacher Neuseeland-Meister). Womit die Frage beantwortet ist, was das Ganze mit "Rennen" zu tun gehabt hat. Der Durchschnitt schaffte es so um die 6-7 Stunden. Tough Guys!

Der Mountainbiker im letzten Bild gehört zu den Nochmehr-Verrückten, die in einer Parallelveranstaltung 2 KM Schwimmen plus 7 KM Kanu plus 103 KM Mountainbike plus 48 KM Laufen absolviert haben. Ha, es geht eben immer noch ein bisschen härter!

Alle Fotos sind mit dem Iphone gemacht.