May I introduce you...
Meine Gastgeber, Guido und Juli, leben in Sydney, im hippen aber auch irgendwie schrägen Viertel Newtown. Kurze Wege, bestens öffentlich vernetzt, grüne Wildnis in der Stadt, urbanes multikulturelles Treiben, laut und leise nah beieinander – so mag ich das. Shoppingmeile und kultureller Dreh- und Angelpunkt ist die King Street. Drum herum lauschige Wohnviertel mit terrassierten Häuschen und Villen aus dem 19. Jahrhundert, eins für jede Partie. Allerhöchste alternative Lebensart!
Guido kenne und schätze ich aus gemeinsamen Markgraph-Zeiten. Er ist Motion Designer und schwer zu kriegen für Jobs seitdem er sich in Sydney beruflich etabliert hat. Privat scheint auch alles im Lot denn die beiden heiraten gerade in Deutschland. Meinen ganz herzlichen Glückwunsch!
Im Folgenden, von links nach rechts: Guidos Terrasse, sein Ausblick, Guidos Strasse, Guidos Haus (ganz praktisch ... mit Café im Erdgeschoß), Guidos Park, die Nachbarschaft um den Park herum, schließlich das Treiben in und um die King Street um 8 Uhr morgens. (die letzten Bilder zeigen übrigens ein Kunstwerk: die „Tarnmaske“ auf dem Mauersockel ist aus Beton gegossen)
Jetzt, wo ich die kulinarische Talsohle Valparaiso überlebt habe, wollte ich mal wieder was richtig leckeres Essen, das auch gesund ist. Gehe also Frühstücken ins 2042, King Street. Es gibt Spiegeleier mit geräuchertem Lachs und gehacktem Kräuter-Tomatensalat, darunter versteckt sich glutenfreies Brot mit Humus bestrichen. Respekt, das schmeckt.
Das Café war ansonsten nicht so interessant, deshalb bin ich am nächsten Tag zu Guidos Lieblingscafé gegangen und hab lieber da fotografiert. Was man also im Anschluss sieht, ist das Innenleben des Cafés vom Berkelouw's Newtown Bookshop, wo es auch gut schmeckt aber bisschen verrückter und hübscher ist.
In Sachen Ökologie und Effektivität können wir Nachhaltigkeitsweltmeister mal was von anderen lernen. Mülltrennung ist hier für jeden selbstverständlich, das nächste Ziel anvisiert...
Der öffentliche Nahverkehr feuert aus allen nachhaltigen Rohren. Da wären die zahlreichen mit Erdgas betriebenen Busse (erstmalig bei der Olympiade 2000 zu sehen). Es gibt den futuristischen Skytrain für die Touristen. Nahverkehrszüge, die wie U-Bahnen getaktet sind und die unzähligen staatliche Fähren, die Halbinseln mit der Stadtmitte (CBD) verbinden. Das ordentlich ausgebaute, kartographierte und genutzte Fahrradwegenetz nicht zu vergessen. Alles ist immer sehr gut und leicht verständlich ausgeschildert. Man kann verdammt schnell vorankommen in dieser Stadt, auch öffentlich!
An dieser Stelle möchte ich mich kurz mal bedanken bei meiner Tante Emmi. Sie ist sozusagen die Schutzpatronin meiner Reise. Wenn immer sie in der Kirche ist, zündet sie eine Kerze an für mich. Danke Emmi, ohne Dich kein Glück!
Ihr sollt aber auch nicht leiden ... die große weiße Kerze in der Mitte des zweiten Bildes habe ich für Euch, liebe Leser, Freunde und Familie, in einer griechischen Kapelle in Newtown angezündet. Sie leuchtet den Weg ins neue Jahr. Euch allen, ein wunderbares, gesundes und glückliches 2013!
Kleiner Exkurs, aus gegebenem Anlass: No smoking please, Zeit für neue Vorsätze.
Das ist sie also die Einheitsschachtel zu EUR 13 für 25 Kippen. Werbung ist nicht mehr erlaubt hier seit dem 1. Dezember, so wenig wie ein markenbezogenes Design der Schachtel. Während wir rumwursteln mit dem Verbot von Menthol-Zigaretten, macht Australien ernst.
Die Richtung ist doch schon lange klar, im nächsten Schritt sind halt Konsequenzen angesagt. Die Botschaft: Was heute für die Welt gilt, gilt morgen auch für uns persönlich. Wir müssen die Erde viel besser beschützen, nicht mehr nur aushalten oder uns an ihr berauschen. Alles andere war auch schön, ist aber Vergangenheit. Over and out! Such Dir einen neuen, besseren Spaß mein Freund.
Wir werden alle verzichten und uns ein wenig mehr konzentrieren müssen. Keep the best, forget the rest! Nicht nur materiell sondern auch was unsere Geltungsansprüche, private Leidenschaften und schlechte Angewohnheiten anbelangt. Wir werden natürlich weiter machen mit unserem Freiheitsdrang und der Gier nach Neuheit und Erfindung. Kein Problem, neue Freiheit kommt mit mehr Verantwortung. Wir müssen eben lernen das konsequent miteinander zu verklemmen.
