Am Nachmittag mache ich mich auf den Weg um eine gute
Kameraposition für die Nacht zu finden. Oh weh, es ist 16 Uhr und schon alles
voll. Die besten Plätze gar komplett abgeriegelt oder privatwirtschaftlich reserviert.
Man spürt, die Stadt hat organisatorische Erkenntnis gesammelt. Immerhin werden am Abend wieder 1,5 Millionen Zuschauer erwartet. Die Absperrgitter sind unbezwingbar, es gibt berittene Polizei, massig Security, medizinische „Event Rescue Teams“, Schleusen mit Rucksackkontrollen und Orgatypen, die mit sanfter Stimme Durchsagen machen. Alkohol und Glasflaschen sind nicht erlaubt. Ziemlich hart für die eisernen Fans, die, wenn es losgeht, schon 8 Stunden in der Sonne gebraten haben und nicht einmal ordentlich „anstoßen“ dürfen um 12.
Die ersten Warnschüsse werden um 9 abgefeuert. Dann folgt
so eine Art „illuminated Loveparade“ der Schiffe im Hafen.
Spätestens um 10 wird es langweilig. Dann irrt man ein wenig
umher, guckt anderen müden Leuten zu, sucht vielleicht einen gemütlicheren Platz. Ich
bin schließlich hinter der Brücke gelandet. Man sieht von da aus zwar nur das
Brückenfeuerwerk, und hat nicht den freien Blick aufs Wasser mit weiteren von
Pontons betriebenen Feuerwerken, aber ich will ja auch nur einmal im Leben
diese Brücke brennen sehen. Let's go ...
So nach 30 Minuten ist Schluss. Es wird jetzt nochmal ganz schön unangenehm, denn die 1,5 Millionen wollen alle auf einmal wieder nach Hause. Da hilft auch die beste Organisation nix mehr, da geht erst mal nur marschieren...
