Burger on the beach

Heute ist mein letzter Tag in Wellington. Noch einmal habe ich mit etwas Wehmut die ganze Halbinsel laufend umrundet. Am Ende der Strecke erwartete mich ein Festmahl, der Feierlichkeit des Augenblicks angemessen. Kein Schmäh, beim Choclate Fish Cafe gibt es den besten Burger der WELT! Viele kleine Geheimnisse machen es aus: Angus-Fleisch ohne Bindemittel, ein ganz leichtes Brötchen, als Zutaten karamellisierte Zwiebeln, Käse, Cocktailtomaten, Spinatblätter und ein Schuß Mayo. So muß es am Ende aussehen (die Köche machen sich schön lustig über mich) ...

FAZIT WELLINGTON

In einem Satz: Ein Hobbit allein macht noch keine Kultur.

Die Legende sagt: Als Gott mit der Erde fertig war, hatte er von jedem Land noch ein Stück übrig. Ein Berg aus der Schweiz, ein Fluss aus Schweden, eine Wiese aus Irland. Daraus schuf er Neuseeland. Zweifellos, Neuseeland ist das schönere Europa. Wellington, mit seiner idealtypischen Stadt-Land-Meer Landschaft, macht keine Ausnahme. Eigentlich großartige Lebensbedingungen für mich, besonders hier in Miramar, dem Zentrum der Filmindustrie. Tagsüber high-tech work, abends am Strand liegen, durch Urwälder laufen, sprich den vielfältigen Outdoor-Aktivitäten nachgehen. Das reicht eigentlich fast für ein Leben. Dennoch, auch wenn man hier immer der Zeit etwas voraus ist, das Weltgeschehen erscheint in den Zeitungen erst auf Seite 7. Und so fühlt sich auch das Leben an. King Peter Jackson und seine Hobbits führen die Kultur an. Britische (Anarcho-) Exzentrik und Liebe zur Natur drücken sich in vielerlei Aktivität aus. Schön, romantisch aber irgendwie auch etwas verstaubt und hinterm Berg.

Final checklist!

Was haben die, was wir (in FFM) nicht haben?

  • Meer
  • Ruhe, vor dem Sturm
  • beautiful gardening
  • schöner Wohnen auf Hügeln und in Mitten der Natur
  • die Maoris, die sich die Geltung ihrer Kultur zurückerobert haben
  • bestens ausgeschilderte Walkways für Wanderer
  • ein weit verzweigtes Elektrobussystem
  • fast ausschließlich Hybrid-Taxis
  • die Snapper Smartcard (siehe unten)
  • Gesichtstätowierungen
  • Strandcafés an echten Stränden
  • eine große Gemeinde an Barfussläufern und Flip-Flops als „Nationalschuh“

Was braucht die Stadt dringend?

  • gute Schuhe?
  • ein wenig Glamour
  • akzeptable Ladenöffnungszeiten im CBD (17:30 ist zu wenig für einen Ort mit internationalen Ansprüchen)
  • weniger Gefasel von der dollsten Kleinstadt der Welt

 Was habe ich verpasst?

  • Auckland

Was persönlich auf die Ohren bekommen?

  • nein, aber Dauerwind um die Ohren kann auch ganz schön nerven

 Wann ist das Leben am süßesten gewesen?

  • immer während meiner Läufe rund um Wellington und seiner Walkways in der wilden Natur, mit wundervollen Ausblicken auf das Meer und entlang der Strände (inklusive der anschliessenden Kaffeehausbesuche)

Spaces for Ideas?

  • definitiv „Snapper“ (Prepaid Karte, die in Bussen, Taxen und auch Geschäften funktioniert)
  • free WIFI in Transferbussen zum Flughafen
  • leben wie auf dem Land, arbeiten mit Menschen aus der großen Stadt

 Was ist nicht so wie es zu sein scheint?

  • das Wetter

Bleiben, gehen oder wiederkommen?

Dankeschön, es war wunderschön, aber es ist Zeit zu gehen.

Wellington City Waterfront

Anbei ein Blick in das Hafengebiet von Wellington City und Portraits von sehr netten Leuten, denen ich mal eben so in einem lustigen Shop begegent bin.

Und das sind sie, die smarten Leute vom AS COLOUR SHOP. Say hello!