Big City Live

Santiago kann groß! Obwohl die Stadt von der Fläche sehr klein ist, ist sie trotzdem das administrative und wirtschaftliche Zentrum Chiles. Rund 40 % der Bevölkerung des Landes leben hier, sowie 40 Prozent des  Bruttoinlandsproduktes werden hier erwirtschaftet. Die Stadt ist das politische und wirtschaftliche Zentrum Chiles, obgleich das chilenische Parlament, der Kongress, in Valparaíso tagt (sagt googledigoogle). Meine ersten Bilder wirken für eine Landes-Metropole eher beschaulich, was daran liegt, dass Providencia, der Stadtteil in dem Uwe wohnt, und den ich ja eigentlich nicht ohne Not verlassen würde, irgendwie mehr so village-mässig locker daher kommt.

Jedenfalls gibt es fette staatstragende Monumente, wie das Chile - Monumento a la aviación mit dem schönen Wasserspiel drumherum. Das kommerzielle Zentrum, die Zeil von Santiago, existiert auch. Ihr seht unter anderem, den im Bau befindlichen Gran Torre Costanera, der mal 300 Meter hoch werden wird und dann als höchstes Gebäude in Südamerika über allem thront. Recht so! Trotzdem, gesättigten Bohemien Lifetsyle und grüne Alleen gibt es hier gleich wieder um die Ecke. Zum Schluß die Bilder von meinem Schwimmbad und dem Lieblingscafè nebenan.

Große Ferien

Am vergangenen Samstag gab es Zeugnisse und Ferien für Lulu, der Tochter meines Gastgebers. Ich darf mit zum feierlichen Abschiedsgrillen im Park. Man sieht sich dann lange Zeit nicht mehr, die Sommerferien gehen von Mitte Dezember bis Anfang März. Lulu geht in eine Schweizer Schule, man spricht Deutsch . Es ist ein wilder Elternmix, dauert zu lange um zu erklären warum wenigstens ein Elternteil hier gelandet ist. Aber alle ziemlich interessant. Da ist z.B. eine chilenische Stabhochspringerin dabei (das close-up Kind ist von ihr), die bereits bei den olympischen Spielen teilgenommen hat und ihr in sich ruhender Mann, der als Kugelstoßer ebenfalls zu olympischen Ehren gekommen ist. Aufregend wird es wenn es zu den Süßigkeiten kommt, da sind alle dabei.

Es folgt der offizielle Teil und die Reden. Ein Mädchen, das seit dem Vorschulalter mit allen zusammen ist, wird verabschiedet. Natürlich fließen Tränen aber der Trost der Mitschüler folgt prompt. Ich darf noch das Gruppenfoto machen, erst nur die Klasse, dann die ganze Sippschaft. Auch hier gilt: die Brille muß sitzen!

Roter Teppich in Santiago

Man ist gespannt wie ein Flitzebogen wenn im Flieger eine neue Stadt am Horizont auftaucht. Die ersten Eindrücke sind noch unverbildet und intuitiv, werden zum Navigator für alles Folgende.

Der Flughafen in Santiago ist reinstes Licht und bestens organisiert. Die Kontrolleure signalisieren: „du bist willkommen!“ Selbst die unvermeidlichen, professionellen Trickser sind umgänglich und gut gelaunt. Der Taxifahrer plaudert vergnügt, ohne dass ich ein Wort verstehe. Es fühlt sich leicht und unbeschwert an...

Wir fahren zu meinem neuen Domizil in den Stadtteil Providencia. Ach, das ist ja mal schön zur Abwechslung, alles sauber hier. Überall neue Autos und auch noch ne Menge Fahrradbetrieb. Santiago wirkt auf mich wie ein aufgeräumter und gepflegter Kurort gegen das chaotische BA. Roter Teppich für die Seele!

Hallo Uwe, alles klar? Hier ist mein Haus, meine Strasse, mein Garten, meine Katzen, dein Gartenhaus, welcome!

Am ersten Tag gehe ich mit Cecile und Lulu (Uwes Frau und seine Tochter) beim Jumbo-Großmarkt einkaufen, wo ich Gewürzgurken mit deutschem Aufkleber erstehe (der Besitzer hat Vorfahren mit wahrscheinlich dunker Vergangenheit und bekommt heute noch einige Waren aus der alten Heimat geliefert). Will heissen ... habe wahrscheinlich die ersten "rechten" Gurken in meinem Leben gekauft! Danach Essen wir gemeinsam und haben gute Gespräche.

Uwe und Cecile haben Geschmack - nein, besser, sie haben einen ausgefeilten Sinn für das wesentlich Schöne.

Am nächsten Tag check ich die Nachbarschaft und Laufwege fürs Training. Gehe nebenbei schwimmen in einem noblen Club-Freibad ... für eine Hand voll Pesos. Perfecto!

Am Abend wird gegrillt und wieder nett geplaudert. Dann gegen 24h gehe ich ins Bett und Uwe an die Arbeit (Uwe ist Musiker, er komponiert mit Vorliebe in der Ungestörtheit der Nacht).

home...

neighbourhood...

In der Galerie führe ich Euch durch Barrio Italia, mit seinen netten Designläden und dem Antikmarkt. Wir besuchen eine Feuerwehrstation mit historischem Mercedes-Löschfahrzeug, klopfen bei der Universität für Design und Architektur einfach mal an die Tür und landen schließlich im modernen Santiago, beim Centro Cultural Gabriela Mistral, kurz GAM.