Man ist gespannt wie ein Flitzebogen wenn im Flieger eine neue Stadt am Horizont auftaucht. Die ersten Eindrücke sind noch unverbildet und intuitiv, werden zum Navigator für alles Folgende.
Der Flughafen in Santiago ist reinstes Licht und bestens organisiert. Die Kontrolleure signalisieren: „du bist willkommen!“ Selbst die unvermeidlichen, professionellen Trickser sind umgänglich und gut gelaunt. Der Taxifahrer plaudert vergnügt, ohne dass ich ein Wort verstehe. Es fühlt sich leicht und unbeschwert an...
Wir fahren zu meinem neuen Domizil in den Stadtteil Providencia. Ach, das ist ja mal schön zur Abwechslung, alles sauber hier. Überall neue Autos und auch noch ne Menge Fahrradbetrieb. Santiago wirkt auf mich wie ein aufgeräumter und gepflegter Kurort gegen das chaotische BA. Roter Teppich für die Seele!
Hallo Uwe, alles klar? Hier ist mein Haus, meine Strasse, mein Garten, meine Katzen, dein Gartenhaus, welcome!
Am ersten Tag gehe ich mit Cecile und Lulu (Uwes Frau und seine Tochter) beim Jumbo-Großmarkt einkaufen, wo ich Gewürzgurken mit deutschem Aufkleber erstehe (der Besitzer hat Vorfahren mit wahrscheinlich dunker Vergangenheit und bekommt heute noch einige Waren aus der alten Heimat geliefert). Will heissen ... habe wahrscheinlich die ersten "rechten" Gurken in meinem Leben gekauft! Danach Essen wir gemeinsam und haben gute Gespräche.
Uwe und Cecile haben Geschmack - nein, besser, sie haben einen ausgefeilten Sinn für das wesentlich Schöne.
Am nächsten Tag check ich die Nachbarschaft und Laufwege fürs Training. Gehe nebenbei schwimmen in einem noblen Club-Freibad ... für eine Hand voll Pesos. Perfecto!
Am Abend wird gegrillt und wieder nett geplaudert. Dann gegen 24h gehe ich ins Bett und Uwe an die Arbeit (Uwe ist Musiker, er komponiert mit Vorliebe in der Ungestörtheit der Nacht).
home...
neighbourhood...
In der Galerie führe ich Euch durch Barrio Italia, mit seinen netten Designläden und dem Antikmarkt. Wir besuchen eine Feuerwehrstation mit historischem Mercedes-Löschfahrzeug, klopfen bei der Universität für Design und Architektur einfach mal an die Tür und landen schließlich im modernen Santiago, beim Centro Cultural Gabriela Mistral, kurz GAM.
