2 km vom Flughafen Abu Dhabi entfernt liegt Masdar City, ein aus der Wüste gestampftes Stadtbauprojekt der Vereinigten Emirate, das sich ganz auf das Thema erneuerbare Energien und ökologische Nachhaltigkeit konzentriert. Es ist eine vom Öl unabhängige, autofreie Ökostadt, die viele Initiativen, Institute und Firmen einzubinden versucht. Wenn die Stadt im Jahr 2025 fertiggestellt ist, sollen fast 50.000 Menschen dort wohnen, arbeiten, leben. Heute ist es noch ein kleiner Stadtbezirk, den man besuchen kann. Bereits im Betrieb ist die Universität ("Masdar Institute of Science and Technology"), mit ihren ersten ca. 300 Elite-Stipendiaten, die vorwiegend aus der arabischen Welt kommen. Echt verwundert war ich wie offen sogar die traditionell gekleideten jungen Studentinnen sich mit mir unterhalten haben.
Die Planung der Stadt wird von Foster + Partners ausgeführt. Ich zitiere dazu Wiki: "Die Idee der Ökostadt ist den traditionellen arabischen Siedlungen abgeschaut: Wo wenig Sonne eindringen kann, bleibt das Klima erträglich. Die eng gestellte, schattenspendende Bauweise kann vermeiden, was allen modernen Hochbauten in warmen Zonen zum Verhängnis wird: Sie müssen mit riesigem Energieaufwand heruntergekühlt werden. Außerdem glauben die Initiatoren, dass die niedrige Gassenbauweise trotz aller moderner Technik dem menschlichen Bedürfnis nach einem öffentlichen Raum mit persönlicher Kommunikation am besten entspricht. Die neuartige Architektur vieler Bereiche der Stadt, die zum Teil vom Stararchitekten Norman Foster entworfen wurde, zeichnet sich durch eine teilweise organisch geformte Ästhetik aus. Darüber hinaus soll die bewährte lokale Idee der Kühlung durch Windtürme in modernisierter Form aufleben: Einige große Gebäude werden um riesige „Modern Wind Towers“ herum gruppiert, kombiniert mit allen möglichen ökologischen Energiegewinnungstechniken."
Aufregend und witzig sind die elektrisch betriebenen, unbemannten People Mover, die auf Magnetstreifen rollen. Wie von Geisterhand gesteuert wird man von der Tiefgarage bis zum Empfang transportiert.
Der Energiebedarf wird durch Solarkraftanlagen und Windkraft gestillt. Mein Hunger durch frisches Obst aus der wunderbaren Mensa und mein Durst durch Andechser Milch vom Ökosupermarkt. Zukunft? Nix ohne uns. Ha!
