Love & Peace

Liebe geht durch den Magen. Bei mir ja ganz besonders, das ist bekannt. Meine Küche in Shanghai ist die Strasse. Die kleine Essecke liegt direkt unterhalb meines Wohnkomplexes. Drei unterschiedliche Zubereitungsarten gibt es, das Gericht so um die 2 Euro.

BBQ wird in einem Schacht zubereitet, der mit Grillkohle befeuert wird. Man wählt zwischen Gemüse, Fleisch und Fisch. Fast alles wird praktisch konfektioniert und auf Holzspiesschen aufgesteckt.

Beim Nudelsuppenstand wählt man aus einem Regal alle möglichen Zutaten aus. Die Suppenfrau wirft es dann in einem Sieb in eine heisse Brühe zum kochen.


Ganz lecker schmecken die Nudelgerichte, die im Wok zubereitet werden. Grund-Gemüse (Bok Choy und Soyasprossen), gehackte Zwiebelschlotten, was Saure Gurken-artiges, etwas Speck werden in heißem Öl angebraten. Gewünschte Nudelart drauf, viele bunte unbekannte Gewürze (mit Sicherheit auch Glutamat) und viel viel Sojasauce dazu. Umrühren, fertig!

Auch das ist typisch für Shanghai. Um  1/2 8  treffen sich jeden Abend die Frauen von Shanghai an den größeren Strassenkreuzungen zum tanzen. Da kommen schnell mal 50 bis 70 zusammen, die gemeinsam grooven, Tanzschritte üben und dabei offensichtlich ganz viel Spass haben. Einige Ecken widmen sich auch dem Paartanz.

Ich weiss auch nicht, ein Viertel kann noch so scheisse sein, wenn man ein paar mal durchgegangen ist, ein bisschen mit den Leuten gelacht hat … man fängt doch an es irgendwie lieb zu haben.
Dies ist mein letzter nächtlicher Spaziergang durch Hongkou, übermorgen werde ich dies und den wunderschönen Blick aus dem 22. Stock meines Apartments auf den blinkenden Oriental Pearl Tower gegen eine sauber gestrichene Wand im Ibis Hotel von Abu Dhabi eingetauscht haben.

Um es Alberto abschliessend noch recht zu machen, habe ich das Peace Hotel besucht. Sehr nett, kann ich nur sagen und das Personal sehr freundlich. Ohne ersichtlichen Grund hat mich eine Empfangsdame herumgeführt und auf die Terrasse gebracht. im hauseigenen Museum sitze ich bequem auf einem alten Sofa und sinniere über die älteste Jazzband der Welt, die 20 Jahre lang täglich im Hotel gespielt hat. Der abschliessende Cappuccino im Café reisst ein tiefes Loch in meinen Budget-Säckel von diesem Tag.