Ausflug nach Patagonien

Weite Landschaft, tiefblaues Meer und Tiere gucken ist besinnlich und beruhigt die Seele. Wir sind mal raus aus der Stadt für 5 Tage. Vor allem die Luftverpestung und der Lärm nerven hier mit der Zeit doch ziemlich.

2 Flugstunden entfernt und 1300 km südlich von BA liegt die „Peninsula Valdés“. Ein geschütztes Naturreservat, das die allerschönsten Aussichten für Tier- und Naturliebhaber bietet.

Wir fliegen nach "Trelew" und verbringen die ersten beiden Nächte in der munteren Hafenstadt "Puerto Madryn" ...

Weil das, was folgt, so bezaubernd war, habe ich in der Galerie den Ordner „Peninsula Valdés“ angelegt. Unsere Expeditionen ins Tierreich ist hier gründlich dokumentiert.

In Puerto Madryn buchen wir eine erste Expedition zu einer Seelöwenkolonie. Die Vegetation ist in der gesamten Umgebung spärlich und vom „Monte“, einer steppenhaften Buschlandschaft, geprägt. Félix, der Fahrer, ist die Gelassenheit in Person, während das Fahrwerk des Mercedes-Bus unter ihm Schwerstarbeit verrichtet auf den Gravel-Roads.

Sind sie nicht süss, die faulen Löwen. Es klingt kitschig, aber schau doch mal den Kleinen in ihre Kulleraugen, da bist Du hin und weg, legst dich nieder, kannst nix dagegen machen!

Am nächsten Tag geht es weiter nach „Puerto Pyramides“, dem Wal-Spot Patagoniens schlechthin. Was die Bootstouren zu den Walen anbelangt ist alles schön organisiert hier, wie man sieht. Auf den ersten Blick sieht es vielleicht nach Touristenfalle aus, ist es aber nicht. Der Ort hat eine gewisse Leichtigkeit und dank des Tourismus ist das 400 Einwohner zählende Dorf komplett eingerichtet ... mit Schule, Bibliothek, Feuerwehr, Polizeistation, Krankenhaus und sogar einer eigenen Radiostation. Also wenn mal jemand „dringend weg muss“, kann ich diesen Fluchtpunkt nur wärmstens empfehlen.

Zu den Walen: In dieser Jahreszeit sind ca. 1500 „Southern Right Whales“ in der Bucht unterwegs, die kommen um Ihren Nachwuchs in ruhigem Gewässer auf die Welt zu bringen. Die Tiere sind von den Bootstouren unbeeindruckt, die Kleinen sogar neugierig genug um die Boote zu inspizieren. Sie strecken bisweilen ihren Kopf aus dem Wasser, dann geht ein tiefes Raunen durchs erstaunte Publikum.

Das ist ja kein Walblog aber eine makabre Sache muss ich doch noch berichten. Die größte Bedrohung der Wale geht von den Seemöven aus. Sie kreisen über den Tieren und wenn diese Luft holen müssen und an der Oberfläche auftauchen, stürzen sich die Möwen auf die Tiere und picken in das Walfleisch. Das verursacht bei den Walen bisweilen bakterielle Infektionen, die zum Tode führen können. Hier ist man jedenfalls mächtig sauer auf die Möwen und meine Sympathie für die eleganten Flieger ist jetzt auch nicht mehr grenzenlos.

Die Pinguinkolonie, die wir später noch besuchten, war am brüten. Derzeit lassen sich die Viecher nicht gerne blicken in der Öffentlichkeit. Wie man sieht, bewegen sie sich nicht weit weg vom Nest um ihr „Geschäft“ zu verrichten.