Hello Buenos Aires

12.10.2012
Buenos Aires Airport - First Contact
Anfangs kommt mir alles verdächtig amerikanisch vor. Endlose Warteschlange bei der Immigration, virtueller Fingerabdruck, fotografische Erfassung. Bin ich richtig?

Kein roter Teppich, keine Blaskapelle, kein Komitee zur Begrüßung des deutschen Weltreisenden Pit aus Germany. Stattdessen kommt Esther, meine Vermieterin für die nächsten 2 Monate. Sie ist Anfang 60, grazil, adrett und sehr nett. Ich begrüße sie überschwänglich mit einer fetten Umarmung und Küsschen auf beide Wangen. Die 20 Stunden Billigflug, mit längeren Zwischenaufenthalten in Santa Domingo und Panama, müssen zu dieser Entfesselung meiner Sinne beigetragen haben. Sie ist etwas erschreckt bleibt aber gefasst. Wie ich später erfahre, "schmatzt" sich d e r Argentinier bei der Begrüßung eigentlich nur auf eine Backe.

Wir fahren durch heruntergekommene Vorstädte. Es ist schon spät am Abend, die Strassen sind duster und wie leergefegt. Vereinzelt lungern alkoholisierte Grüppchen herum. Ein Mann uriniert gedankenlos auf die Strasse. Schöne Begrüßung.

Wir erreichen Mario Bravo 828, im Stadtteil Abasto.
Die verschimmelten Wände, der dunkle Aufgang zum Apartment dringen jetzt nicht wirklich bis in mein Bewusstsein vor, ich bin einfach zu müde. Es fällt mir noch auf, dass mir im "Prospekt" die Wohnung wesentlich geräumiger vorkam und dass ich annahm, sie hätte Aussicht. Egal, erst mal schlaf ich jetzt gut in meinem neuen Heim, die Matratze ist jedenfalls prima. Die Geräuschkulisse zum Einschlafen ebenso.

13.10.2012, BA-Abasto
Am nächsten Morgen blauer Himmel und angenehme 2o Grad. Bei Tageslicht betrachtet, scheint es hier in der Wohnung nicht so schlecht zu sein. Immerhin ist es sauber, gut ausgestattet und ganz nett hergerichtet, die Mindestanforderung des deutschen Touristen. Der Ausblick dagegen ist nicht so berauschend …

Die einzige visuelle Verbindung von Wohnung nach draussen schaut so aus …

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Katharina ist angekommen. Auch sie ist überrascht von der Enge der Gegebenheiten. Na ja, jetzt machen wir erstmal einen Streifzug durchs neue Revier.
Große Erleichterung: alles prima! Kein Tourismus hier, keine Yuppies, keine Hipster - nur ganz normale Leute. Was wir sehen ist anders und macht Spass. Das Strassenbild eine wilde Mixtur aus altem Kolonialem und Modernem. Oft ungepflegt, mal aufpoliert, vor allem aber hat es Charme und ist lebendig. Auffällig, dass alle Seitenstrassen von wuchtigen Baumreihen begleitet sind. Die für Buenos Aires typischen Apartmenthochhäuser, die hier im Viertel bis zu 10, in anderen Stadtteilen bis in die Endlosigkeit des Himmels wachsen, stören die bedingte Idylle dieser Stadt nicht. Ein Blick in die Hinterhöfe lohnt, mal ist es eine Fußballschule, mal hat es was mit Tango zu tun, mal mit Steak, oft was mit Auto, hier verstecken sich auch heimliche grüne Oasen. Ganz wichtig: Essen schmeckt! Es gibt in Laufnähe einen sehr leckeren vegetarischen Deli. Die Stadt hat uns ihre ersten Zeichen gesetzt ...

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15. und 16.10.2012
In der Galerie seht ihr noch einige Impressionen von unserem ersten Spaziergang durch die Stadtteile Palermo und Colegialies und vom ersten Steak-Essen in einer Parilla (Parilla = eigentlich der argentischer Grill mit v-förmigen Grillstäben, die ein Abtropfen der austretenden Flüssigkeit auf die Glut durch Ableitung verhindern). Ihr seht, es geht uns gut!