Mar Azul

Bin mal wieder ausgebüchst, nach Mar Azul, ca. 350 km südlich von BA, an der Atlantikküste. Es lockt das Meer und es ist, mit den perfekt ausgestatteten Überlandbussen, auch keine große finanzielle Sache.

Der erste Eindruck: umwerfend! Einen so langen und breiten Strand habe ich überhaupt noch nicht gesehen. 40 km feinste Laufpiste, in der besten Luft von allen: ein Traum für jeden Langläufer!

Die Ortschaft selbst ist beinahe unsichtbar. Die Häuser verschwinden im Wald und zwischen Dünen. Es geht insgesamt locker und beschaulich zu – jetzt so in der Vorsaison ...

Feel like home: mein B&B ist mehr als prima. Gabi und Robbi sind wunderbare Gastgeber. Nicht nur weil ich zum ersten mal ein richtiges „salziges“ Frühstück serviert bekomme sondern weil sie echt cool sind und wir ziemlich schnell Freunde geworden sind (... und jetzt wo ich gerade meinen Blog schreibe, stellt Robbi, der aus Mailand stammt, mir auch direkt seinen Lieblingscocktail zur Seite, Fernet Branca mit Cola und Eis – vorzüglich!).

http://www.micasaestucasa.info

Irgendjemand ist vor Jahren auf die Idee gekommen hier einen Pinienwald anzupflanzen, vorher gab es nichts als Dünen. Das lockte schließlich Urlauber, Häuslebauer und Investoren. Heute ist in den Ferienzeiten (Dezember bis Mitte Februar) die Hölle los, wie mir meine Gastgeber berichten.

Eigentlich ist Jens Oliver der Grund, warum ich ausgerechnet hier gelandet bin. Vor Jahren hat er mir einen Link einer schön konsequent klass. modern bauenden Architektengruppe gesendet  (http://www.bakarquitectos.com.ar). Dachte mir damals, da musst du unbedingt hin wenn Du mal zufällig in Buenos Aires vorbei kommst. Der Irrtum war, dass es sich bei dem Locationhinweis nicht direkt um BA handelte sondern eben um Mar Azul in der Provinz BA. Na ja, wie man sieht, jetzt bin ich ja hier und bestaune die Häuser. Großartig, als ob man sich ganz in der idealen Welt des Mies van der Rohe befindet: schmucklose perfekte Geometrie, schwerelose Einfachheit, Außen und Innen verschmelzen nahtlos. Mitten in der Natur ... statt nur dabei!

Einige der Objekte sind zu verkaufen. Wer Interesse hat, die Telefonnummer steht auf den Schildern. Die Häuser liegen am Waldrand, der direkt in die endlose Weite der Dünen mündet. Bitteschön, los geht’s für euch...

Gestern Nacht durfte ich zum Abschluß mit Robbi und Gabis Bruder Gustavo fischen gehen. Ein schönes finales Abenteuer bei 10 Grad und - gefühlt - Windstärke 12 auf der Mole von Villa Gesell...

Gabi, Robbi ... wenn ihr nach Frankfurt kommt dann wird "mi casa auch es tu casa" sein. Muchas Gracias ...

Wie geht’s, Pit?

Es geht mir gut. Danke Euch der Nachfrage. Hexenschuss, Kakerlakenalarm, Stechmückenterror und natürlich ein bisschen German Angst vor Diebstahl und Raub. Das sind so meine aktuellen Alltagsprobleme. Die gibt es bei Euch genauso, die gibt es immer und überall.

Mein Dasein dagegen fühlt sich ganz schön exklusiv an, und das genieße ich tatsächlich. Keiner ruft an, keiner nörgelt, keiner will was. Keine Existenzängstler, keine Druckmacher, keine Rechthaber weit und breit. Ich kann mich doch fühlen wie der Jever-Mann! Nur das ich am Montag nicht zur Arbeit muss...haha!

Ich mache was ich will, lass mich auch mal treiben, nehme mir viel Zeit für die Dinge, das tut gut.

 

Aber natürlich ist er noch da, der „bisherige“ Peter ... der Nette, der Beleidigte, der Schläfrige, der Impulsive, der Sorgende, der Unkonzentrierte, der zutiefst Oberflächliche, der mit Leidenschaft für das Schöne und Gute zur Tat schreitet.

Der sucht und schaut und schwitzt und raucht. Der Ziele beharrlich verfolgt, Verantwortung übernimmt und sich nicht beirren lässt. Der Alleinstehende ... der Deprimierte, der Berauschte. Mal der Ängstliche, mal der Mutige! Mal so, mal so!

Seine Persönlichkeit kann man noch nicht an der Grenze abgeben. Aber ich habe jetzt halt mal Zeit, mir ernsthaft über Korrekturen, bessere Fragen und bessere Ziele Gedanken zu machen. Innen korrigieren, von außen inspiriert werden – das ist fürs Nächste der Kurs!

 

Ob das, was ich euch anschließend zeige, eine Inspiration ist, müsst ihr selbst entscheiden. Jedenfalls wäre es im institutionellen Rahmen bei uns so nicht denkbar. Auf den ersten Blick schaut es von außen wie eine halb verfallene Kirche aus. Eduardo, mein Cicerone (ein Freiwilliger, der Touristen die Stadt zeigt), meint, das Gebäude sei nicht als Kirche geplant gewesen. Man wisse es aber heute nicht genau, auch deshalb weil sich der Baumeister kurz vor Vollendung in die Tiefe gestürzt hat. Jedenfalls ist es jetzt ein Gebäude, das von der Fakultät für Ingenieurswesen genutzt wird und eine kleine „liebe“ Ausstellung zu technischen Errungenschaften der Welt beheimatet...

Im Anschluss geht es nochmal nach Puerto Madero, in die ganz andere Welt der Reichen und des Globalen. Ich wollt mir einfach die fettesten Apartmenthäuser genauer angucken.  Auf dem Weg treffe ich Ausleger-Kanuten, die irgendeine Meisterschaft austragen. Dabei sieht man eine attraktive Frau, die heftig tätowiert ist. Ganz oft, ganz krass sieht man Tattoos bis zum Hals hinauf, was eine sehr beliebte Maßnahme der Abgrenzung und Persönlichkeitsdefinition von jungen Frauen bis in die Mittelschicht hinein zu sein scheint.

Am Ende meiner Tour komme ich bei der Mercedes Niederlassung vorbei und treffe doch glatt einen guten alten Bekannten wieder, Juan Manuel Fangio...

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Oha

Mein Stern sinkt langsam. Meine Ausbeute an „Herzchen“ nimmt ab im Blog. Für den „Inspiration Only“ Beitrag nur noch 3 Clicks ...

Vielleicht nicht r e a l genug, trotzdem heute noch mal etwas irreale Wallpaper-Ästhetik und ein Beitrag zum Thema „how to live in an ideal world“.

Heute ist  Samstag und nach dem Sport war ich was Kleines essen im UNIK. Nicht ganz in meinem Budget, aber zu ideal (RETRO in Perfektion) um es Euch vorzuenthalten. Der Koch hat gut lachen, er ist wirklich ein Genie des Einfachen ...

Nach dem einzigartigen Unik, die Fahrt nach „Tigre“. Tigre grenzt direkt an das Delta des Río Paraná aus, der etwa 10km von der Stadt entfernt in den Río de la Plata mündet. Dieser Umstand hat Tigre zu einem beliebten Naherholungsgebiet für die Einwohner von Buenos Aires gemacht. Auf den Inseln des Deltas befinden sich zahlreiche Clubs, Sportanlagen und Restaurants. Und wer es sich leisten kann, hat sich dort seinen idealen Fluchtpunkt zum Wochenende eingerichtet...